Es spießt sich

Nach Navplion folgt ein Kurzaufenthalt in Porto Cheli. Der Ort scheint immer mehr auszusterben. Die Bauarbeiten an der neuen Marina sind kaum weiter gegangen, es sind bloß ein paar Schwimmstege mehr ausgelegt worden, aber alles nur halb fertig. Die dortige Werft „Franks Yachtstation“ existiert wohl nicht mehr, in der jetzt hohen Wiese mit bunten Frühlingsblumen liegen nur noch die Reste einiger Boote herum.
Wir ankern hinter der Stadt in der engen und seichten Fischerhafenbucht, es sind da nur wenige Ankermöglichkeiten, aber recht idyllisch. Und hier passiert es: ich will von der Steuersitzbank auf den Cockpitboden steigen, steige jedoch ins Steuerrad, welches sich natürlich unter mir wegdreht und mir den Fuß wegzieht. Ein verzweifelter Festhalteversuch scheitert, weil ich mich im Schreck am Steuerrad oben festhalte. Das ganze Rad verdreht sich mit mir drauf um 90 Grad, bis ich sehr unsanft mit den Rippen seitlich aufs Cockpitsüll knalle. Ein paar Minuten krieg ich kaum Luft, dann geht es wieder, tut sehr weh, aber es scheint keine Rippe gebrochen zu sein. Die nächsten Tage wird es keinen Schlaf geben, und wenn, dann nur aufrecht sitzend, unter großen Schmerzen. Am nächsten Tag fahren wir nach Poros/Galatas, dort gibt es eine medizinische Station. Das Röntgen zeigt keinen Rippenbruch. Die starke Prellung verursacht aber schon sehr große Schmerzen, jeden Tag tut’s wo anders richtig weh, und ich bin ziemlich bewegungsunfähig. Eine Nacht hängen wir in Poros. Dort hat der Charterwahnsinn schon voll begonnen: ein Katamaran mit Ukrainern frißt beim Anlegen neben uns seine eigene Muring mit dem Propeller. Nach einer Stunde im kalten Wasser kann einer von ihnen die Leine freischneiden, sie stückeln sogar wieder ein Ersatzstück dran. Am nächsten Morgen wird abgelegt. Natürlich macht das einer allein, sind ja alles Profis. Prompt dreht er sich quer und hängt jetzt in unserer Muring fest. Nachdem jetzt alle an Deck sind, darf wieder einer ins Wasser und stellt fest, dass die Muring nur zwischen seiner Schraube und dem Ruder hängt, aber nicht umgewickelt ist. Ich kann ihn daher durch Absenken meiner Muring befreien. Weil es in Poros zu stressig ist, legen wir uns ins gegenüber liegende Galatas um und werden zur Erholung jetzt einmal übers griechische Osterwochenende dort am Stadtkai hängen bleiben. Währenddessen beißt sich Karoline eine Zahnfüllung aus. Diese kann von der örtlichen Zahnärztin als Provisorium wieder repariert werden.
Erst ist die Katze unpäßlich, dann meine Rippenprellung, und jetzt ein kaputter Zahn. Wir sind schon öfter auf der Suche nach Ärzten als nach Supermärkten. Der Fortgang der Reise spießt sich im Moment ein bißchen.
Angenehm ist, dass wir von 5 Liegetagen in Galatas nur einen bezahlen müssen, die übrigen sind Feiertage, da hat die Kassiererin frei. Den letzten Tag in Poros verbringen wir am Anker vor der kleinen Hochzeitsfotoinsel Daskaleio, wo wir auch voriges Jahr länger gelegen sind. Mutzi bekommt einen ausgiebigen Freigangs-Tag. Die anschließende Überfahrt nach Kap Sounion ist recht angenehm, es sind sogar ein paar Segelstunden drin.
Nach einer Übernachtung in einer namenlosen Bucht nahe Kap Sounion fahren wir nach Lavrion. Der Hafen ist bummvoll mit Charterbooten, viele Plätze sind zwei- bis dreifach belegt. Wir finden zufällig einen freien Platz, da ist wohl kurz zuvor einer hinausgefahren. Wir liegen neben einer Charterbootleiche, die, weil kein Segel in der Mastrollanlage ist, einen Höllenlärm macht, wenn das Boot auch nur ein bisschen schaukelt. Vielleicht war der Platz auch deshalb frei. Die Mole ist sehr hoch, allerdings unter Wasser nur 1 Meter tief. Wir können mit unserem tiefgehenden Ruder nur bis etwa 3 Meter heranfahren und müssen über das Nachbarboot aussteigen. Wir erledigen die dringensten Einkäufe und füllen Diesel nach. Am nächsten Tag ist starker Südwind, der baut im großen Hafen einen Schwell auf, der am Ende schon gefährlich wird, weil die Boote wild gegeneinander schlagen. Dabei wird unser Windgenerator beschädigt, er kollidiert mit dem Radar vom Nachbarboot. Die Flügel bleiben heil, die Nase hat einen Sprung, der Schaden ist reparabel. Wir sind knapp davor, trotz des Sturmes den Hafen zu verlassen, aber es gibt keine Liegealternative in der Nähe. Wieder einmal ein typischer griechischer Hafen, bei bestimmten Windlagen völlig inakzeptabel und unsicher. Es gibt offenbar keinen dauerhaft sicheren öffentlichen Hafen in Griechenland. Am nächsten Tag wollen wir weiter nach Norden, nach 3 Meilen kriegen wir einen Schlag auf den Saildrive. Wahrscheinlich ein größeres Stück Treibholz oder einer der beliebten treibenden griechischen Riesenplastiksäcke im Propeller. Wegen starker Vibrationen stellen wir den Motor ab. Wir segeln, anfangs sehr mühsam weil fast gar kein Wind, später geht es dann besser, in die nächste geschützte Bucht von Porto Rafti. Dort wollen wir herausfinden, was in der Schraube hängt. Wassertemperatur leider gerade mal 16 Grad. Der grausame Tauchgang bringt außer einem Kälteschock kein Ergebnis, der Propeller ist frei. Was immer da drin war hat sich wohl durch die Eigendrehung beim Segeln wieder gelöst. Der Schlag, den wir gehört haben hat jedoch das hintere Motorlager beschädigt. Das haben wir vor einigen Jahren schon einmal erlebt. So was müssen wir jetzt einmal aufteiben. Der Fortgang der Reise spießt sich immer noch.
Die Bootssteuer, die nach letzten Informationen ab heute den 9. Mai wirksam sein sollte, wird erst einmal auf 20. Mai verschoben. Recht so.
Weil ein Mechaniker erst in fünf Tagen nach Porto Rafti kommen kann um sich das Motorlager anzusehen, wir aber nicht so lange warten wollen, fahren wir zurück nach Lavrion. Drei Stunden mit ziemlichem Lärm und heftigen Vibrationen. Dafür kommt der Mechaniker aber auch noch am selben Tag zu uns und checkt alles Notwendige für die Reparatur. Es stellt sich heraus, dass das kaputte Motorlager kein Originalteil mehr war, und auch unterdimensioniert, daher der mehrmalige Bruch. Irgenwann muß es getauscht worden sein bevor wir das Boot hatten. Das richtige Teil ist natürlich obsolet, dreimal so teurer wie der bisher eingebaute „Ersatz“, und es wird leider gut eine Woche dauern, bis es eintrifft.
Lavrion ist nicht gerade eine berauschende Stadt für einen längeren Aufenthalt. Hier treiben sich zahlreiche Schwerstgestörte in getunten Autos mit ungeheuerlichen Subwoofern herum, und Mopeds ohne Auspuff aber mit Vollgas, und jede Menge anderer lärmender Spinner. Hauptsächlich nachts. Einer davon, gelber Seat Ibiza mit rundum saucool schwarz getönten Scheiben (inklusive Frontscheibe und Scheinwerfern!) fährt offensichtlich hauptberuflich Tag und Nacht kreuz und quer durch die Stadt (der kriegt wahrscheinlich den Sprit gratis von der Sozialhilfe) und gibt immerfort eine Geräuschkulisse ab wie ein nahes Gewitter. Der Idiot hält das wahrscheinlich für Musik. Vibrationen, sodass lose Teile am Boot zu scheppern beginnen. Bei uns wär so einer wohl schon längst in der Psychiatrie verwahrt. Wenigstens haben wir mit viel Glück einen der maximal zehn guten und geschützten Liegeplätze hier erwischt. Trotzdem wollen wir hier schnellstmöglich weg. Bitte!!! Wir möchten bald wieder ein paar normale und ruhige Menschen sehen. Aber noch spießt sich’s.

Start in die Saison 2019

Am 7.April in aller Früh legen wir wie geplant in Kalamata Marina ab. Am Abend zuvor haben wir uns noch von den meisten der neu gewonnen Freunde verabschiedet, alle haben wir leider nicht angetroffen. Es bietet sich heute ein Wetterfenster zur Fahrt nach Porto Kagio auf Mani, leider eine etwas öde 11-Stunden-Fahrt unter Maschine bei relativ starkem Seegang und doch mehr Gegenwind als angekündigt. Die erste Maschinenfahrt nach längerer Stehzeit ist immer spannend, man hört besonders auf alle Unregelmäßigkeiten und Geräusche. In Porto Kagio sitzen wir zwei Tage mit starkem Regen, Gewitter und böigen Winden aus. Wir sind das einzige Boot. Dann sollten günstige Bedingungen kommen, um in Richtung Monemvassia zu starten.
Der Tag beginnt mit Westwind, 35Kt. Es baut sich eine Welle von 2,5m auf, dann flaut der Wind auf 12Kt ab, die Welle bleibt. Kurz vor Ankunft in Elafonisos steigt der Wind wieder auf 30Kt an. Wie immer. Trotz der günstigen Windrichtung ist dieser Segeltag wieder einer der unangenehmen Sorte, aber wenigstens segelbar. Wir übernachten in der östlichen Sandbucht von Elafonisos, geschützt gegen den starken Westschwell.
Am nächsten Tag deht es mit einigermaßen gutem Segelwind nach Monemvasia. Wir liegen im kleinen Stadthafen, noch ein paar Fischerboote, und abends kommt noch ein zweiter Segler. Der Molenkopf mit dem Leuchtfeuer ist von den Winterstürmen zerstört, zuerst trauen wir uns gar nicht hineinzufahren, weil wir nicht wissen, ob die Schäden sich auch innen fortsetzen, und die Leere im Hafen ist auch verdächtig. Wir tasten uns vorsichtig hinein und liegen dann aber gut und sicher, und vor Allem kostenlos, Wasser gibt es auch. Am ersten Tag besteigen wir den Berg und besichtigen die Reste der Oberstadt. Weil es jetzt noch nicht heiß ist, kann man ohne Probleme den ganzen Berg abwandern. Das tun wir auch und sind gute 3 Stunden unterwegs. Der Berg bietet sich ungewohnt grün, voll mit vielen blühenden Pflanzen. Bis jetzt war ich nur im Sommer dort, da ist alles braun, nur dürres Gestrüpp. Am zweiten Tag Wandern wir durch die engen Gassen der Unterstadt. Wir sind wieder rund drei Stunden unterwegs und gehen dabei so ziemlich alle Wege und Stiegen ab, die es gibt. Die Häuser in der Unterstadt sind großteils gut renoviert und meist zu Hotels und Appartements ausgebaut.
Nach drei Nächten in Monemvasia fahren wir in Richtung Norden, erst einmal nach Leonidion. Beim Ankerauf gehen am nächsten Tag bleiben wir irgendwie in der Kette vom Nachbarboot hängen, obwohl wir nach ihm geankert haben. Eine Stunde lang probieren wir frei zu kommen, aber unsere Kette hängt fest und rührt sich keinen Zentimeter mehr. Dann versucht der Nachbar seinen Anker hoch zu ziehen und das geht ohne Problem, obwohl der eigentlich unter unserem liegen müsste. Nachdem er weg ist machen wir noch einen Versuch, bevor wir einen Taucher organisieren müssten. Jetzt geht unser Anker ohne Widerstand ganz leicht hoch. Habe keine Vorstellung, wo der vorher fest war. Der Tag fängt jedenfalls schon toll an. Es folgt eine 4-Stunden Motorfahrt bei schönstem Wetter, dass kein Wind sein würde war vorhergesagt. Zwei Stunden vor Ankunft in Nafplion baut sich hinter uns ein gewaltiges Gewitter auf und kommt auf uns zu. Wir sind wieder einmal auf der Flucht vor dem Scheißwetter. Es geht sich ganz knapp aus, dass wir vor Beginn des Gewitters in Nafplion anlegen können, wo es dann zu regnen beginnt und der Wind dann so dreht, dass die Wellen in den offenen Hafen kommen und wir wieder einmal besonders ungeschützt in einem der miesen griechischen Häfen liegen. Spaß am Bootfahren sieht ganz anders aus. Nach einer Woche unterwegs sein in Griechenland haben wir eigentlich schon wieder mehr als genug vom Fahren. Am nächsten Tag kommen zwei Beamte von der Hafenbehörde um die Anmeldung vorzunehmen. Bei der Gelegenheit mache ich den groben Fehler, nach etwaigen Neuigkeiten zur Einführung der Bootssteuer „TEPAI“ zu fragen (Start sollte nach meinen vorläufigen Informationen am 9. Mai sein). Die Beiden sind davon völlig überfordert, einerseits weil sie nicht besonders gut Englisch sprechen, aber hauptsächlich, weil sie den Begriff „TEPAI“ noch nie gehört haben, und auch absolut nichts von einer zukünftigen Bootssteuer wissen. Der Eine fängt dann an herumzutelefonieren, und nach 10 Minuten bestätigt er mir, dass es so eine Steuer geben könnte, und ich sollte mich dann, wenn sie eingeführt wurde, darum kümmern. Jetzt wär es dazu viel zu früh, und keiner wüßte Bescheid.
Wegen eines Tierarztermins für Mutzi bleiben wir fünf Tage hier. Wir steigen natürlich wieder die lange, steile Burgtreppe hinauf, und gehen dieses Mal auch ins Burgareal hinein. Heute ist zufällig freier Eintritt. Es lohnt sich, der ganze Berg ist mit insgsamt 8(!) Festungen bedeckt, wofür wir gut 4 Stunden unterwegs sind. Kurz nach der Rückkehr zum Schiff zieht wieder eine Gewitterfront mit Sturmböen und Hagel drüber. Überhaupt regnet es jeden Tag mehrmals, nur ganz kurze sonnige Abschnitte, und es ist viel zu kalt, bloß um die 17 Grad. Auch bei Sonne braucht man wegen des eisigen Windes eine Jacke. Furchtbares Wetter!

Winterlager, Teil 2

Beitrag wurde während des Winters laufend erweitert, letzte Aktualisierung am 4.April

13.12.2018 – 8.1.2019: Als der Südsturm dann kommt, ist es im Hafen gar nicht so unruhig wie befürchtet, es war schon einmal schlimmer. Aber die etwa 2 Meter hohen Wellen knallen draußen auf die Steinschüttung der Mole, Fontänen steigen etwa 6-7 Meter hoch auf, und werden vom Sturm dann über die Hafenmauer drübergeblasen. alle paar Minuten kommt eine gewaltige Ladung Salzwasser über. Wenn man das Boot verlassen will muß man schnell sein und zwischen 2 Riesenwellen den Steg verlassen haben. Die Mutzi erwischt es einmal ordentlich, woraufhin sie das Boot an diesem Tag nicht mehr verlässt. Ich kriege auch eine Ladung Salzwasser ab, als ich wohl ein wenig zu cool und entspannt den Steg verlassen will. Aber wenigstens ist es an dem Tag schön warm, nicht so schlimm, wenn man nassgespritzt wird. Der Spuk dauert genau einen Tag und die halbe Nacht, dann wird es wieder ruhig.
Wenn es schwellig wird im Hafen, dann zerren die Boote stark an ihren Leinen, die dann gerne einmal durchscheuern und reissen. Drei neben uns liegende, unbewohnte Boote musste ich schon neu befestigen, weil Leinen gerissen oder stark beschädigt waren. Die „Security“ der Marina macht zwar täglich zwei Kontrollfahrten mit dem Moped. Die dauern maximal 5 Minuten, und dabei hat der Typ noch keine einzige kaputte Leine gesehen. Der merkt höchstens, wenn ein neues Schiff angekommen wäre. Außerdem hat er die Kapuze wegen der klirrenden Kälte tief ins Gesicht gezogen, schließlich ist Winter, und sieht deshalb sowieso kaum was raus. Also, die Kontrollen sind absolut für nix. Besser selber machen.
Vor Weihnachten wird es wieder schön und warm. Man kann gemütlich im Cockpit in der Morgensonne frühstücken. Wir machen einen größeren Radausflug nach Messini, das ist etwas mehr als eine Stunde Fahrt. Die warmen Tage werden auch endlich wieder für Sinnvolles genutzt, am Vorweihnachtstag wird mit etwa 25 Leuten gegrillt, zu Mittag des Christtages gibt es einen Drink im Marinalokal. Fast alle Überwinterer sind anwesend.
Die Nacht von 26. auf 27.Dezember ist eher ungemütlich, wir haben beide Durchfall und kotzen uns die Seele aus dem Leib. Erst nehmen wir an, dass irgendein Lebensmittel schlecht war – wir hatten nur Selbstgekochtes gegessen – dann stellt sich heraus, dass auch andere den gleichen Spaß hatten, also wahrscheinlich ist irgendein Darmvirus unterwegs. Tags darauf geht es uns wieder gut.
Am 28. Dezember abends gibt es ein Konzert der „Dimotiki Philarmoniki Kalamatas“, also der örtlichen Blasmusik, zusammen mit der Band „Planet Caravan“, man spielt das gesamte Pink Floyd Album „The Wall“. Klingt zumindest interessant, und kann für 2 Euro(!) Eintritt nix verhaut sein. Wir gehen zusammen mit Claudio & Conny von der „Sasikala“ sowie Gunnar & Annika von der „Forgiveness“ hin. Im Sportzelt gibt es dann vor etwa 1000 Zuhörern ein wirklich sehr gut gemachtes, detailgetreues Konzert, mit bestem Sound und hervorragenden Musikern – wir sind äußerst positiv überrascht.
Zum Silvestermenü treffen wir uns mit den anderen Überwinterern in einem Lokal in der Nähe. Das Essen ist hervorragend, reichlichst und nicht teuer. Leider müssen ein paar Rücksichtslose im Lokal rauchen – trotz Rauchverbot. Den ursprünglichen Plan, zum Jahreswechsel nach dem Essen ins Stadtzentrum zum Feuerwerk zu spazieren, lassen wir lieber sein, denn es regnet in Strömen. Am Neujahrstag scheint wieder die Sonne, aber es bläst ziemlich kalter Nordost-Sturm, und der Gebirgszug um den Profitis Illias ist mit Schnee bedeckt. Der ist aber auch 2400m hoch. Im Windschutz des Bootsverdecks geht sich trotzdem ein gemütliches Neujahrsfrüstück im Freien aus. Die weiteren Tage im neuen Jahr werden dann immer kälter, nachts hat es oft nur mehr 3 Grad, tagsüber nicht über 10. Die Schneefallgrenze sinkt schon bedrohlich nahe zur Stadt herunter, liegen bleibt er aber natürlich nur weiter oben.
Langweilig wird es nie an Bord, es gibt immer was zum Rumbasteln, und wenn gerade nicht, dann kommen die Nachbarn mit ihren Elektroproblemen. Günther kriegt endlich sein AIS mit dem Kartenplotter vernetzt, Ian bekommt eine komplette Neueinstellung seiner Lade- und Überwachungsgeräte der Batterien, Pit klagt über eine nicht funktionierende Einstiegstreppe am Wohnmobil, und Uschi’s Wohnmobil-Steuereinheit reagiert auf nichts mehr und muß initialisiert und neu eingerichtet werden. Es spricht sich langsam herum, dass man hier Elektronik-Hilfe bekommt. Aber es freut mich, wenn ich helfen kann.

9.1.-24.1.2019: Am 9.Jänner zieht ein mächtiges Tief von Italien kommend nördlich über den Peloponnes. Es gibt Südsturm mit über 40 Knoten, Regengüsse wie aus Eimern, die Wellen spritzen wieder einmal heftig über die Hafenmole, und der sonst wasserlose Fluß schwillt an und bringt eine braune Brühe mit Müll und riesigen Baumstämmen von den Bergen mit. Viele davon sammeln sich auch in der Marina und rumpeln die ganze Nacht lang gegen das Boot. Da wir Beschädigungen befürchten ziehen wir morgens einige heraus auf den Steg, und wir sind gespannt, wann, oder ob überhaupt das Marinapersonal die Trümmer entfernen wird. Wir glauben eigentlich nicht daran. Die kommen ja nicht einmal auf die Idee, einen vom Wind umgeworfenen leeren Müllcontainer wieder aufzustellen, obwohl der mitten in der Durchfahrt liegt. Schließlich kann man ja gerade noch seitlich knapp daran vorbeifahren, also wozu die Mühe? Nach 2 Tagen wird die Tonne von einem der Camper aufgestellt. Marinapersonal ist weiterhin nicht in Sicht. Selbst die tägliche Moped-Kontrollfahrt findet nur mehr bis zur ersten Steghälfte statt, weil die äußere Hälfte durch die herumliegenden Baumstämme nur erschwert befahrbar ist. Und zu Fuß? Undenkbar! Nach 5 Tagen kommt einer vom Marinapersonal mit dem eigenen Pickup und holt in privater Mission die größeren Teile ab, die als Brennholz verwendbar sind, das Kleinzeug, das dafür nicht brauchbar ist, bleibt über den gesamten Steg versteut liegen. Erst weitere 4 Tage später läßt sich einer von der „Security“ herab und entfernt mit Besen und Schaufel der gröbsten Dreck. Es ist der erste recht warme Tag im neuen Jahr, wahrscheinlich war es davor bei unter 10 Grad einfach zu gefährlich für diese Arbeit. Die folgenden Tage sind eher sehr regnerisch, immer wieder Gewitter und auch Hagelschauer, aber insgesamt nicht mehr allzu kalt. Es folgt genau 1 sonniger, warmer Tag, dann nistet sich ein gewaltiges Tief über dem Ionischen Meer ein, die nächste Woche wird furchtbar. Dauerregen, Hagel, Sturm, Gewitter, 3m Wellen kommen über die Hafenmauer und spritzen über Steg und Boote. Überhaupt ist das gesamte Mittelmeer von Frankreich bis in die Türkei momentan voller Sturmtiefs. Baumstämme und Müll treiben wieder durch das Hafenbecken, vorzugsweise zu unserem Schiff, Mülltonnen liegen wieder umgeworfen vom Sturm in der Marina herum. Die Stege sind voll mit Treibholztrümmern, von Brechern über die Hafenmole geschleudert. Am Nachbarsteg wird ein Stromanschlußkasten von der Nässe zerstört, elektrische Überschläge sind zu hören, es riecht nach Ozon. Der Kasten wird vom Marinaelektriker entfernt und vor die Werkstatt gestellt, wo schon ein weiterer seit Monaten geduldig auf seine Reparatur wartet. Ansonsten zeigt sich das Marinapersonal unbeeindruckt von dem Chaos, bzw. es zeigt sich gar nicht mehr. Zuviel Regen, zuviel Spritzwasser, und überhaupt zuviel Arbeit.

25.01. – 24.02.2019: Nach ein paar Tagen taucht dann einer vom Marinapersonal auf und beginnt den ganzen Dreck auf den Pickup zu schaufeln. Es ist immer der Gleiche, der das macht. Offensichtlich kann nur ein Einziger von denen eine Schaufel und einen Besen halten. Die übrigen Vier sind dafür vermutlich überqualifiziert. Nach zwei Tagen ist der Steg wieder halbwegs sauber. Es bleibt fast 3 Tage lang schön, es wird deutlich wärmer, beinah windstill, und alle sind sich einig, dass so eigentlich der ganze Winter in Kalamata aussehen sollte. Aber zu früh gefreut, denn bald kommt wieder Sturm aus Ost und bringt tagelangen Starkregen mit. Die komplette Ägäis ist unbefahrbar, die Sturmwarnungen bis Stärke 9 für alle Seegebiete kommen im 3-Stunden-Takt übers Navtex herein. Zum Glück kriegen wir im Hafen deutlich weniger Wind ab, da sind wir ganz gut von der hohen Hafenmauer geschützt, aber der Seegang von 2 Metern direkt vorm Hafen sorgt drinnen für widerliches Gerupfe und Geschaukel, die Festmacherleinen knirschen unter der Last, nachts ist unter Deck ein Höllenkrach, nur wenig Schlaf. Immer wieder sehen wir beim Spazieren durch den Hafen abgerissene Festmacher oder gebrochene Ruckdämpferfedern an den Booten. Dann wird es wieder etwas schöner, es bleibt aber viel zu kalt, mit 14 Grad Tageshöchsttemperatur.
Zwischendurch basteln wir immer wieder am Boot herum. Vom dreckigen Hafenwasser sind sämtliche Waschbecken-Abflußrohre verstopft, lassen sich aber durch Ausblasen mit dem Blasebalg wieder freilegen. Schlimmer ist es mit dem Klo, die Ventile der Seewasserspülung sind von der Hafenpampe völlig außer Funktion und müssen komplett zerlegt und gereinigt werden, und das sogar zwei Mal. Die Abwasserventile sind zum Glück nicht betroffen, die sind es dafür gebaut mit größeren Teilen umzugehen, da passt es auch ein wenig dicker durch….
Weiters können wir endlich eine Undichtheit an einer Druckwasserleitung beseitigen. Das Leck war zu gering, dass sich die Leitung an irgendeiner Stelle nass angefühlt hätte, aber groß genug, dass sich über einige Tage doch ein viertel Liter Wasser in der Bilge gesammelt hat. Dieses Leck haben wir schon seit 2 Jahren gesucht!
Es ist maximal 2 Tage schön, wenn auch zu kalt, dann kommt regelmäßig von irgendwo eine neue Katastrophenfront daher. Diesmal weht es aus der Adria und aus dem Bosporus zugleich heraus. Kalamata liegt ja einigermaßen geschüzt im tiefen Golf, aber draußen, rund um Kithira gibt es wieder einmal Sturmwarnungen für Stärke 10. Die Temperaturen sind viel zu niedrig, so um 12 Grad, mit dem Sturm gefühlte 5 Grad. Am Taygetosgebirge – in Sichtweite vom Schiff – liegt immer noch Schnee.
Während es bei Lidl-Österreich – wie wir aus dem Internet erfahren – Griechische Spezialitäten wie Tsatsiki und Feta usw. gibt, haben sie hier in den griechischen Filialen zur Zeit österreichisch-bayrische Angebote, wie Steirerkäse, Leberkäse, Weißwurscht, Apfelstrudel und Ähnliches. Wir haben zwar noch keine deutlichen Entzugserscheinungen in Bezug auf heimische Nahrung, aber eine kleine Leberkäsparty bei Uschi im Wohnwagen gibt es dann doch.
Wir bekommen einen Riesenschreck, als eines Morgens im Motorraum am Saildrive-Durchlass Wasser steht. Alarm! Wenn diese große Dichtung defekt wird, wäre das eine Katastrophe, es entsteht ein riesiges Leck unter der Wasserlinie. Zum Tausch muß das Boot aus dem Wasser, Motor vom Saildrive trennen und wegkippen, und dann erst kommt man leidlich an die große Gummidichtung ran. Nach längerer Untersuchung finden wir dann aber den wahren Grund: Über dem Motor hängt der Wasserboiler, dessen Anschlüsse alle dicht sind. Jedoch ein gut verstecktes Sicherheitsventil, das nur hin und wieder aufmacht, tropft genau in die Sicke der Dichtung, wo dann das Wasser stehen bleibt. Gott sei Dank kein Dichtungsschaden, wie zuerst befürchtet!
Ab Mitte Februar ist es eine ganze Woche lang schön, Sonnenschein, kaum Wolken, und fast kein Wind. Der leichte Nordost, der ab und zu weht ist jedoch sehr kalt. Tageshöchsttemperaturen um 15 Grad sind ohne Wind ganz angenehm, mit Wind jedoch sehr frisch. Trotzdem geht sich wieder einmal ein Grilltag mit den Boots-Überwinterern und den Wohnmobilisten aus. Wenigstens bleibt das Bier kalt.
In der letzten Februarwoche endet das halbwegs erträgliche Wetter wieder, zu beiden Seiten des Peloponnes bläst eisiger Nordsturm mit Stärke 10 herunter, das Navtex-Display ist wieder voller Sturmwarnungen, die Berge hinter Kalamata sind wieder schneebedeckt, es hat nur ein paar Grad über Null. Kein Frühling in Sicht.

25.03. – 06.04.2019: Im griechischen Fasching gibt es eine Woche, in der speziell viel Fleisch gegessen wird, vor der Fastenzeit. Am 28. Februar finden in der Stadt Grillfeste statt, fast jedes Lokal und auch viele Geschäfte haben einen Souvlakigriller vor der Tür stehen. In der ganzen Stadt breitet sich Grillgeruch aus. Sehr sympathisch. Innerhalb der Marina grillen an diesem Tag nur wir, nicht weil wir die Einzigen wären, die sich mit den lokalen Gebräuchen auskennen, sondern weil mein Geburtstag ist, und da wird gegrillt. Am letzten Faschingstag ist es hier Brauch, Papierdrachen steigen zu lassen. Dutzende davon schweben über dem Strand entlang der Stadt. Es ist zu kalt, von den Bergen leuchtet immer noch der Schnee herunter, aber es ist wenigstens sonnig und trocken mit wenig Wind. So bleibt es bis zum Ende des Faschings, dann wird es für ein paar Tage wechselhaft. Aber der Frühling kommt, morgens zwitschern die Vögel, die Tage sind merklich länger. Bei Radausflügen rund um die Stadt sehen wir blühende, bunte Frühlingswiesen.
„Monade“, das Boot von Marc wurde beim Medicane im September an Land gespült und leicht beschädigt. Jetzt liegt es in der Marina am Trockendock und wurde inzwischen repariert. Einige anwesende Segler helfen beim Stellen des Mastes mit, es geht ziemlich schnell und problemlos. Abends sind dann alle zu einem Drink (eventuell auch zwei) ins Skipper’s Cafe eingeladen.
Unsere Liegeplatznachbarn Gerhard und Heidi haben für 2 Wochen den jungen Kater Leo auf der „Claude Martial“ zu Gast, während Leo’s Besitzer nach Hause fliegen. Der Kater am Nachbarboot ist natürlich eine spannende Abwechslung für unsere neugierige Mutzi, die dann schon auch einmal aufs Boot schleicht, um den Neuen zu inspizieren. Sie wird aber von Leo umgehend wieder von Bord gejagt.
Überhaupt gibt es hier eine ganze Menge an Haus/Wohnmobil/Schiffstieren, nicht alle haben wir näher kennengelernt, aber die Folgenden in unserer Nähe sind uns immer wieder über den Weg gelaufen und haben sich mit uns angefreundet:
Oscar, der Mops von Marc. Emma, die Mopsdame von Stefan und Carola. Sam, der Collie von Uschi und John und deren Kater Okeano. Leo und Carla, die beiden Katzen von Heidi und Herbert. Und dann noch Wolke, die süße Hündin von Hanspeter.
Die nächsten Nachbarn, Paul und Carole von der „Swallow“ sind nach Hause geflogen und kommen erst Ende April wieder, werden uns also hier nicht mehr antreffen. Da sie aber die gleiche Gegend wie wir befahren wollen, treffen wir sie eventuell im Sommer wieder. Und die Steirerin Uschi fährt gegen Ende März mit ihrem Wohnmobil in Richtung Heimat zurück. Die Wohnmobilisten werden jetzt immer weniger, dafür kommen alle paar Tage neue Yachten vom Landstellplatz zurück ins Wasser.
In der Marina sind schon alle verrückt wegen der neuen Steuer, die Griechenland für Freizeitboote ab 2. April einführt. Keiner weiß, wie diese Steuer monatlich im Voraus bezahlt werden soll. Online soll es angeblich gehen, aber dafür braucht man eine griechische Steuernummer, welcher ausländische Bootstourist hat denn sowas schon? Und die Port Authority, die laut Aussendung die Steuer ebenfalls einheben soll, weiß 2 Wochen vor Fälligkeit jedenfalls nichts darüber. Drei Tage vor Start gibt es dann wieder neue Informationen zur Bootssteuer: die Einführung wird nochmals um einen Monat verschoben. Ein paar organisatorische Kleinigkeiten sind wohl noch nicht restlos abgeklärt…. Der neue Starttermin, der 2. Mai, hält genau einen Tag, dann wird auf 9. Mai verschoben. Vorläufig einmal. Alles klar?
Das Wetter ist jetzt schön warm und sonnig mit wenig Wind, nur die Nächte sind immer noch ziemlich kalt. Wenigstens ist der Schnee von den Bergen hinter der Stadt endlich verschwunden. Es folgen ein paar sehr warme Tage, ohne Bewölkung, kein starker Wind, sehr frühlingshaft. Die zweite und dritte Märzwoche sind noch besser, sonnig, warm, kaum Wind.
Am 25.März ist Nationalfeiertag in Griechenland. Umzüge mit Menschen in bunten Trachten ziehen durch die Stadt. Dann kommt eine massive Front aus Nord und bringt wieder eine Menge Schnee auf die umliegenden Berge, sowie ziemlich kalten Wind. Unsere Liegezeit läuft mit Ende März aus, wir werden aber wohl noch ein paar Tage länger bleiben, um ein Abflauen der zur Zeit starken Stürme in der Ägäis abzuwarten, bevor wir losfahren.
Jetzt ist der März zu Ende, und eigentlich wollen wir am 1. April auslaufen. Die Wetteraussichten verlassen uns aber noch eine Woche anzuhängen. Ein riesiges Frontsystem zieht südlich vorbei, es gibt wieder Sturmwarnungen und Gewitterregen ist angekündigt. Die Marina verrechnet uns die paar zusätzlichen Tage freundlicherweise auf Basis des viel günstigeren Monatspreises. Das erspart uns einiges an Kosten.
In unserer letzten Woche veranstalten die Segler noch einen gemeinsamen Grillnachmittag auf unserem Steg. Diesmal sind an die 30 Leute gekommen. Es treffen sich nochmals die Überwinterer, die jetzt alle bald losfahren, mit den Dauerliegern, die nach dem Winter daheim langsam auf die Boote zurückkehren.
Am Sonntag, den 7.April soll es für uns wieder los gehen, erst südlich um den Peloponnes herum und dann in die nördliche Ägäis.

Winterlager Kalamata, Teil 1

Jetzt sind wir seit zwei Wochen da, und am Sonntag Nachmittag gibt es schon die dritte Grillerei. Das ist immer recht lustig, alle bringen ihr Grillfleisch und Getränke selber mit, die Salate werden gesammelt aufgestellt, jeder kann nehmen was er will. Solange das Wetter so schön warm bleibt, ist das eine ganz angenehme Sache. Wir können sogar noch im Meer baden, am 10.November ist das Wasser noch 23 Grad warm. Die Arbeiten am Schiff gehen voran, die Neuverkleidung der Bugkabine ist fast fertig. Der Windgenerator wird vom Mast genommen und bekommt einen neuen Anstrich.
Mitte November endet das schöne, warme Wetter vorerst. Es regnet ein paar Tage lang, dann zieht noch eine Sturmfront drüber. Nach 3 schönen Tagen kommt die nächste Regenwoche mit laufendem Durchzug von Fronten. Die Sonne zeigt sich eine Woche lang nicht mehr.
Die Marina füllt sich inzwischen mit immer mehr Wohnmobilen, für die dort ein Stellplatz mit Wasser und Stromanschluß geboten wird. Einige sind dauernd unterwegs, auch im Winter, und bleiben nur ein paar Tage. Andere kommen jetzt erst an, verbringen den ganzen Winter im mobilen Zweitwohnsitz und fahren im Frühjahr wieder heim. Die wöchentliche Grillerei hört jetzt auf, weil viele Bootsbewohner über Weihnachten heim fahren. So müssen wir eben unseren kleinen Sputnik-Grill ein paar mal bemühen.
Bei der routinemäßigen Inbetriebnahme aller Pumpen entdecken wir eine festgefressene Fäkaltankpumpe. Kein großes Problem, denken wir, die Pumpe ist zwar schwer zugänglich eingebaut, aber ich habe sie schon einmal wieder gängig gemacht. Im Sommer hatten wir das Klo mit dem Fäkaltank stillgelegt, weil das Seeventil dazu defekt ist. Beim Ausbauen der Pumpe stellt sich heraus, dass der 50-Liter-Tank leider noch immer bummvoll ist, mit Diesem und Jenem. Jedenfalls rinnt es gemütlich und stinkend in die Bilge, bis ich das Zeug im Blumentopf auffangen kann und dann in kleinen Mengen raus trage und ins Meer schütte. Die ganze Aktion, inklusive Pumpenreparatur, dauert etwa 5 Stunden, aber sonst haben wir an dem Tag eh nichts vor gehabt. Ein Scheiss-Tag, im wörtlichen Sinne.
Nach einer langen regnerischen Woche wird es endlich wieder schön, wenig Wind, viel Sonne. In der Nacht wird es trotzdem ganz schön kalt, nur 4-5 Grad. Tagsüber bei Sonnenschein kann man aber immer mit kurzer Hose und Leiberl unterwegs sein. Alle paar Tage machen wir eine Radausfahrt in den nahe gelegenen Orangenhain. Die Areale sind eingezäunt, aber entlang des Weges hängen so viele Äste drüber, dass wir unseren Bedarf an frischen Orangen und Mandarinen locker decken können. Bei einer Ausfahrt finden wir auch einen Zaun mit wilden Christophenen. Die haben wir auf den Kanaren und der Karibik sehr geschätzt, hier in Griechenland hatten wir sie bisher noch nicht gesehen.
Die schönen Tage nutzen wir um ein paar Lackierarbeiten im Bootsinneren durchzuführen. Das Lösungsmittel vom Lack stinkt dermaßen, dass wir das Boot zur Belüftung auch über Nacht offen lassen müssen. Da ist es dann ganz schön frisch in der Früh, nach kurzer Zeit mit Sonnenschein ist es aber wieder angenehm.
Mutzi hat sich inzwischen gut eingelebt in der Marina, der Steg im Bootsbereich gehört ihr inzwischen ganz allein, streunende Katzen werden von dort sofort verjagt. Im Moment liegt an unserem Steg neben uns nur mehr ein weiteres bewohntes Boot, Paul und Carol. Bald werden aber Herbert und Heidi vom Landplatz hier her wechseln. Die haben auch eine Katze an Bord, wir werden sehen, wie die miteinander auskommen.
Nach ein paar schönen, ruhigen, aber recht kühlen Tagen beginnt es Mitte Dezember wieder stark und dauerhaft zu regnen. Einmal ist sogar ein kurzer Hagelschauer dabei. In nächster Zeit soll einige Male starker Südwind blasen, da wird es im Hafen von Kalamata wieder ziemlich unruhig sein.