1.10. Immer wieder neue Überraschungen

Der Süden muss noch ein bisschen warten. Das Boot hat einen pipifeinen neuen Autopiloten mit allem Drum und Dran verpasst bekommen und dankt es uns zwei Tage später mit einem Bruch des Gaszuges am östlichen Ende von Brac. Also kein Antrieb mehr, und natürlich auch keine Bremse. Zum Glück passiert es bei einem Ankermanöver mit rundum genug Platz zum Reagieren. Nicht auszudenken, wenn das beim Anlegen in einem engen Hafen passiert. Da es natürlich gerade Freitag Nachmittag ist, erfahren wir, dass ein neues Gasseil erst am Montag darauf zu erhalten sein wird. Und das in Milna auf Brac-Westseite. Also die ganze Strecke entlang der Insel mit einem aus Leinen und Umlenkrollen improvisierten Gasseil zurück nach Milna, dort das Wochenende in einer Bucht vertreiben und am Montag den neuen Gaszug einbauen. Die Bucht, in der wir warten, scheint anfangs mit einem zweiten bereits ankernden Boot ziemlich eng. Die Nacht bleiben wir mit zwei Booten dort auch ziemlich allein und in Ruhe. Am Sonntag füllt sich die Bucht dann tagsüber jedoch mit  13 Booten und mit der Ruhe ist es vorbei. Die meisten fahren aber abends wieder weg, und über Nacht wird es wieder ruhig.

Erstmals seit Beginn der Reise gibt es auch ein halbwegs stabiles Hochdruckgebiet, das sogar einige Tage anhält – ruhiges angenehmes Badewetter. Hoffentlich bleibt es noch eine Zeit lang so.

Schöne Ankerbucht auf Brac

1.9. Das lange Warten hat ein Ende

Mein guter Geist zuhause, Segelfreund Werner, setzt sich mittwochs früh ins Auto und fährt einmal kurz 600km nach Split, um uns drei Kartons mit dem neuen Autopiloten zu bringen. Unsere Freude bei seiner Ankunft ist entsprechend gross. Das zweite Erfolgserlebnis an dem Tag stellt sich ein, als nach 3 Stunden Einbau, Verkabelung und Inbetriebnahme das ganze Zeugs auf Anhieb tadellos arbeitet. Also der elektronische Steuerungsautomat funktioniert wieder! Das zweite Fehlteil, das Steuerelemnt fürs Bugstrahlruder ist noch immer nicht lieferbar und wurde storniert. Ich werde wohl mit ein paar Umverdrahtungen das Ding umgehen und manuell schalten. Wofür ist man schließlich gelernter Elektrotechniker. Leider hat der Werner nicht Zeit länger zu bleiben und muß am nächsten Tag in der Früh wieder zurückfahren. Ich hätte ihm gerne ein paar Urlaubstage am Boot angeboten, aber es wird schon einmal passen. Vor Werners Ankunft gab es noch eine kleine Reparatur am unterschiff, nur zwei gelöste Schrauben, die an sich nur 10 Minuten dauert. Aber leider muß das Schiff dafür mit dem Kran aus dem Wasser gehoben werden, und dafür nimmt man in Kroatien schon gerne einmal 330 Euro. Jetzt ist das Boot nach mehr als dreiwöchiger Zwangspause endlich wieder voll einsatzbereit, und die Reise in den Süden kann weitergehen. Wir hoffen dort auch dem flachen Tief, das seit 2 Monaten über der Adria herumeiert zu entgehen, und endlich einmal einen richtigen Sommer zu finden. Wir sind schon gespannt, was uns in der südlichen Adria erwartet.

Leider gibt es von der Einbauaktion keine Fotos – vor lauter Freude haben wir vergessen welche zu machen.