1.7. Erholungsphase

In Murter treffen wir Freunde auf Urlaubstörn, die uns den Refftrommel-Nachbau überbringen. Funktioniert super, und sieht auch besser aus. Die wieder erlangte Segelfähigkeit wird auch abends beim Essen gebührend gefeiert.
Die nächsten Tage verbringen wir in Primosten, wo in der Ankebucht wegen des starken Schwells von seitwärts an Schlaf nicht zu denken ist, weil man ständig im Bett hin und her rollt. Ein prächtiger Sonnenunterhang über dem Meer, vom berühmten Friedhofsberg aus betrachtet, entschädigt ein bisschen dafür.
Anschließend geht es mit angenehmen Segelwind weiter in Richtung Trogir. Dort verbringen wir drei Nächte in einer vorgelageten Bucht, von der aus wir mit den Fahrrädern in die 5km entfernte Stadt fahren. Die kleine Altstadt zählt zum Weltkulturerbe und ist absolut sehenswert. Leider wissen das scheinbar außer uns noch ca. zehntausend andere Touristen, mit denen wir gemeinsam durch die engen Gassen geschoben werden. Das ist beinahe mehr Stress als so ein kleines Gewitter in der Nacht. Und das gibt es zumindest alle zwei Tage – böses, kleines, hartnäckiges Tief.

Die übrige Zeit verbringen wir gemütlich in der Badebucht ausserhalb, telefonieren und mailen viel mit Freunden zu Hause, die und helfen, Ersatz für den defekten Autopiloten zu finden. Die nächsten Tage bleiben wir noch in der weiteren Umgebung von Split, bis geklärt ist wie und wo ein Austausch möglich sein wird.
Heute sind wir an einem schönen lagunenartigen Badeplatz zwischen drei kleinen Inseln bei Veli Drevnik.

1.6. Ein Blitzbesuch in Murter

Der Ersatz einer Refftrommel, die nicht mehr verkauft wird, von der aber in Schweden 4 Stück lagernd wären, die aber aus unerfindlichen Gründen nicht nach Österreich geliefert werden, ist kein unlösbares Problem, wenn man Freunde hat, die sowas in ihrer Werkstatt nachbauen – und das besser als das Original!
Das größere Problem nähert sich dem Ankerplatz in Murter während der Wartezeit in Form einer dicken Gewitterwolke. Selbige beglückt uns Sonntag nachts mit einem Blitzeinschlag im oder nahe am Boot.
Das hat zur Folge, dass große Teile der Schiffselktronik und Elektrik hinüber sind:
Windinstrument, Schiffslogge und deren Geber, der Autopilot und das Bugstrahlruder, sowie sämtliche Navigationslichter, die Funkantenne und auch das Musikanlge sind tot. Auch das Datenbussystem, das die meisten Geräte miteinander vernetzt, ist beschädigt. Aus dem Schaltpanel schießt es eine LED heraus. Die Tankanzeigen sind ohne Funktion.
Mit Hilfe eines Marinatechnikers lassen sich einige der Schäden reparieren. Er hat auch ein paar idente Gebrauchtgeräte in seinem Schwarzbestand, die er mir für einen annehmbaren Preis überläßt.
Die größte Lücke hinterläßt aber der Autopilot-Rechner, Typ Autohelm 100, der auch nicht mehr aktuell verkauft wird. Wer mir so einen auftreiben kann, gebraucht oder neu – jedenfalls aber funktionsfähig – kriegt eine Woche Mitfahr-Urlaub am Boot.

1.5. Wer hat die halbe Refftrommel gesehen oder weiß, wo sie sich gerade aufhält?

Das nächste Ziel, Primosten scheint im Moment schwer erreichbar. Meist starker Südostwind bläst uns voll auf die Nase, und wir mögen nicht gegen den Wind segeln. Zwischendurch kommt er wieder aus allen Richtungen, böig, und mit Gewittern und Regen. Eine Schlechtwetterfront löst die nächste ab. Schwierig bei solchen Bedingungen ein sicheres Plätzchen zu finden. Auch Baden scheint wenig reizvoll.
Während eines Segelmanövers bricht die Vorsegel-Refftrommel und eine Hälfte verabschiedet sich ins Meer – damit ist vorläufig ans Weitersegeln nicht zu denken.
Wir arbeiten uns daher in den Schlechtwetterpausen mit Maschine in Richtung Biograd zurück, wo wir nächste Woche Freunde treffen wollen. Die bringen uns hoffentlich eine Ersatztrommel mit. Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns in mehr oder weniger reizvollen Buchten, die mehr Notlösung sind als Wunschziele.

1.4. Ankunft in der mittleren Adria

Jetzt sind wir endlich von der nördlichen Adria in die mittlere Adria gewechselt – zumindest was die Zuständigkeit der Wettervorhersagen anbelangt.

Nach ein paar Tagen in ruhigen, unbewohnten Buchten auf den Inseln Zirije und Znajam fahren wir durch den Flußlauf der Krka an Sibenik vorbei bis zu den bekannten Wasserfällen bei Skradin, wo wir ein Stück außerhalb der Marina vor Anker liegen. Bei der Einfahrt nach Sibenik wurde die sehenswerte Festungsanlage ausgiebig erkundet. In Skradin wurden die Fahrräder ausgepackt und zusammengebaut. Hier werden wir nun über das Wochenende bleiben, und die Gegend abseits der üblichen Touristenpfade erkunden.

Der erste Ausflug per Rad geht über 10km und einen hohen Berg zum oberen Teil des Krka Nationalparks, in dem auf einer Insel ein Kloster liegt. Dieses haben wir nicht besucht, aber in der Nähe einen schönen Badeaufenthalt am See verbracht. Die Rückfahrt war gleich weit und gleich hoch und noch heißer – Radfahren im Juli in Kroatien ist sicher gesund. Morgen wollen wir zu den bekannten Wasserfällen radeln, jedoch diese nicht begehen, dar wir die beide schon kennen, also wieder ein Süßwasser-Badetag.