Winterlager Kalamata, Teil 1

Jetzt sind wir seit zwei Wochen da, und am Sonntag Nachmittag gibt es schon die dritte Grillerei. Das ist immer recht lustig, alle bringen ihr Grillfleisch und Getränke selber mit, die Salate werden gesammelt aufgestellt, jeder kann nehmen was er will. Solange das Wetter so schön warm bleibt, ist das eine ganz angenehme Sache. Wir können sogar noch im Meer baden, am 10.November ist das Wasser noch 23 Grad warm. Die Arbeiten am Schiff gehen voran, die Neuverkleidung der Bugkabine ist fast fertig. Der Windgenerator wird vom Mast genommen und bekommt einen neuen Anstrich.
Mitte November endet das schöne, warme Wetter vorerst. Es regnet ein paar Tage lang, dann zieht noch eine Sturmfront drüber. Nach 3 schönen Tagen kommt die nächste Regenwoche mit laufendem Durchzug von Fronten. Die Sonne zeigt sich eine Woche lang nicht mehr.
Die Marina füllt sich inzwischen mit immer mehr Wohnmobilen, für die dort ein Stellplatz mit Wasser und Stromanschluß geboten wird. Einige sind dauernd unterwegs, auch im Winter, und bleiben nur ein paar Tage. Andere kommen jetzt erst an, verbringen den ganzen Winter im mobilen Zweitwohnsitz und fahren im Frühjahr wieder heim. Die wöchentliche Grillerei hört jetzt auf, weil viele Bootsbewohner über Weihnachten heim fahren. So müssen wir eben unseren kleinen Sputnik-Grill ein paar mal bemühen.
Bei der routinemäßigen Inbetriebnahme aller Pumpen entdecken wir eine festgefressene Fäkaltankpumpe. Kein großes Problem, denken wir, die Pumpe ist zwar schwer zugänglich eingebaut, aber ich habe sie schon einmal wieder gängig gemacht. Im Sommer hatten wir das Klo mit dem Fäkaltank stillgelegt, weil das Seeventil dazu defekt ist. Beim Ausbauen der Pumpe stellt sich heraus, dass der 50-Liter-Tank leider noch immer bummvoll ist, mit Diesem und Jenem. Jedenfalls rinnt es gemütlich und stinkend in die Bilge, bis ich das Zeug im Blumentopf auffangen kann und dann in kleinen Mengen raus trage und ins Meer schütte. Die ganze Aktion, inklusive Pumpenreparatur, dauert etwa 5 Stunden, aber sonst haben wir an dem Tag eh nichts vor gehabt. Ein Scheiss-Tag, im wörtlichen Sinne.
Nach einer langen regnerischen Woche wird es endlich wieder schön, wenig Wind, viel Sonne. In der Nacht wird es trotzdem ganz schön kalt, nur 4-5 Grad. Tagsüber bei Sonnenschein kann man aber immer mit kurzer Hose und Leiberl unterwegs sein. Alle paar Tage machen wir eine Radausfahrt in den nahe gelegenen Orangenhain. Die Areale sind eingezäunt, aber entlang des Weges hängen so viele Äste drüber, dass wir unseren Bedarf an frischen Orangen und Mandarinen locker decken können. Bei einer Ausfahrt finden wir auch einen Zaun mit wilden Christophenen. Die haben wir auf den Kanaren und der Karibik sehr geschätzt, hier in Griechenland hatten wir sie bisher noch nicht gesehen.
Die schönen Tage nutzen wir um ein paar Lackierarbeiten im Bootsinneren durchzuführen. Das Lösungsmittel vom Lack stinkt dermaßen, dass wir das Boot zur Belüftung auch über Nacht offen lassen müssen. Da ist es dann ganz schön frisch in der Früh, nach kurzer Zeit mit Sonnenschein ist es aber wieder angenehm.
Mutzi hat sich inzwischen gut eingelebt in der Marina, der Steg im Bootsbereich gehört ihr inzwischen ganz allein, streunende Katzen werden von dort sofort verjagt. Im Moment liegt an unserem Steg neben uns nur mehr ein weiteres bewohntes Boot, Paul und Carol. Bald werden aber Herbert und Heidi vom Landplatz hier her wechseln. Die haben auch eine Katze an Bord, wir werden sehen, wie die miteinander auskommen.
Nach ein paar schönen, ruhigen, aber recht kühlen Tagen beginnt es Mitte Dezember wieder stark und dauerhaft zu regnen. Einmal ist sogar ein kurzer Hagelschauer dabei. In nächster Zeit soll einige Male starker Südwind blasen, da wird es im Hafen von Kalamata wieder ziemlich unruhig sein.