9.5 September, Weiterfahrt nach der Sommerpause

Am 8.September treffen wir am späten Abend nach einer problemlosen Anreise in Kalamata Marina ein. Es ist ca.22 Uhr und es hat weit über 30 Grad. Toroa hängt offensichtlich unversehrt am Liegeplatz.
Der Plan: 2-3 Tage in der Marina bleiben, gemütlich Einkäufe erledigen, Nahrungsmittel, Diesel und Gas, alles in Betrieb nehmen, und dann losfahren.
Der Bordkühlschrank mit dem neuen Kompressor (1 Jahr) läuft zwar an, ist aber nach 2 Stunden kein bisschen kalt. Ganz schlechte Bedingungen für den Zeitplan!
Zum Glück haben wir uns eine Mini-Kühlbox in die Marina liefern lassen um hie und da Dinge für ein Paar Tage einfrieren zu können. Die funktioniert erst einmal als Ersatz.
Der bestellte Kühlschranktechniker Theodoros kommt 5 Stunden nach dem ausgemachten Termin. Nach genauer Untersuchung, Dichtheitsprüfung, Gasnachfüllung und ausführlicher Erklärung der Fehlermöglichkeiten, kühlt es wieder wie gewohnt, und der freundliche Techniker verlässt uns wieder, ohne auch nur 1 Cent für den etwa 1-stündigen Einsatz zu verlangen. Suuuper! Die Verpätung ist da natürlich gleich verziehen.
Nicht alles verläuft so positiv. Das Dinghi, das im Frühjahr 4x repariert wurde, hat wieder Luft verloren. Die erste Reparaturstelle ist wieder aufgegangen. die neuerliche Reparatur kostet mit Vorbereitung und Trocknungszeit wieder 2 Tage.
Das Klo rinnt, da die Dichtung zwischen Schüssel und Sockel völlig vertrocknet und spröde ist. Eine neue Dichtung ist kurzfristig nicht verfügbar, daher müssen wir uns jetzt einmal mit einer Dichtungsmasse behelfen, bis eine neue Originaldichtung bestellt werden kann.
Nach dem Befüllen des Dieseltanks verbreitet sich Dieselgeruch im ganzen Schiff, und nach einigen Stunden läuft etwa 1/2 Liter Diesel in die Motorbilge. Für die Lecksuche müssen alle Bodenbretter in der hinteren Schiffshälfte raus, sowie die Kojenbretter der Heckkabine, um den Tank zugänglich zu machen. Die Undichtigkeit ist ebenfalls auf eine poröse Dichtung am Füllschlauch zurüchzuführen. Für die Reparatur müssen etwa 20 Liter abgepumpt werden. Das Dieselgepritschel verstäkt den vorhandenen Duft noch mehr, vor allem weil inzwischen auch Teile der Kleidung und die Putzfetzen mit Diesel getränkt sind. Toller Tag!
Am 13. September wollen wir jetzt eigentlich losfahren. Der Wetterdienst kündigt jedoch einen Wetterumschwung an, sogar das Auftreten eines Medicanes sei möglich.
Wir hängen noch ein paar Hafentage an, das Sturmtief kommt doch nicht, und wir planen jetzt für den 16. unsere Abfahrt. Allerdings wird die Schönwetter- und Hitzeperiode jetzt durch ein paar Regentage unterbrochen.
Das waren bisher sehr erfüllte und stressige Tage, von Ruhe und Entspannung keine Rede, aber das ist ja auch kein Urlaub hier.
Am 16. geht es dann tatsächlich los. Die erste Etappe führt 27sm in die Dyros Bucht auf Mani. Leider ist zum Segeln zu wenig Wind, daher ist es eine fade Motorfahrt von fast 7 Stunden.
Am nächsten Tag runden wir das Südkap von Mani und ankern nach 22sm in Porto Kagio. Auch dieser Abschnitt muss mangels Wind wieder unter Maschine erfolgen.
Leider ist tagsüber meist gar kein Wind, der kommt erst abends, dreht heftig, und bläst dann die Nacht durch.
Der dritte Schlag soll zur Insel Elafonisos in Lakonia gehen. Da inzwischen endlich brauchbarer Wind aufkommt, nutzen wir die Gelegenheit, und fahren gleich weiter ums Kap herum. das sind 42sm. Wir übernachten in der Bucht Agios Paulos, sehr schwellig. Nächsten Tags geht es noch 12sm nach Monemvasia weiter. Auch diesmal ist ein Teil davon segelbar. In Monemvasia bleiben wir 5 Tage im (gratis!) Hafen, da zwei Tage Regen angekündigt sind. Das scheint im Hafen mit Ausgangsmöglichkeit erträglicher als in irgend einer einsamen Bucht. So haben wir genug Zeit, um die alte Stadt Monemvasia tagsüber, aber auch abends mehrmals zu besuchen.
Am Tag der Abfahrt, auf den wir nun drei Tage gewartet haben, ist der Regen vorbei. Die angekündigte ruhige Pase kommt jedoch nicht. Im Gegenteil. Der Wind bläst mit 20kt aus Nord, also voll gegenan, und der Schwell beträgt 1m. Daher fahren wir nur in die 10sm entfernte Gerakas Bucht, natürlch wieder mit Motor, über dreieinhalb Stunden lang. Sehr lustig.
Der nächste Schlag geht nach Porto Cheli, ein bisschen Segeln, teilweise mit Motorunterstützung, ist möglich. Wir bleiben drei Tage, kaufen dort ein und sitzen Regen und Starkwind aus.
Danach Weiterfahrt nach Vivari, einer gut geschützten Bucht. Die Hälfte der 20sm können wir segeln. In Vivari ist sogar einmal ein Bad im Meer möglich.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Nafplion. Dort kassiert man für das Anlegen gleich einmal 25€ ab. Das ist nicht die Liegegebühr, sondern nur für das Entgegennehmen und um den Poller legen der Leinen. Dafür sind 3 Personen des Hafenpersonals erforderlich. Sonst ist in dieser Gebühr keinerlei Leistung enthalten. Die tägliche Liegegebühr ist dann ca. 6,30€/Tag, und normal für Stadthäfen. Die Gebühr wird später separat nach Aufenthaltsdauer kassiert. Wasser kostet einmalig 15€, die Hähne sind aber nicht gesperrt, und wenn man nicht voreilig bezahlt hat, ist das Wasser gratis.
Das Wetter verschlechtert sich, es wird stark bewölkt, und Nordwind von ca. 20kt bläst tagsüber. Der Liegeplatz ist nach Norden offen, und sehr unangenehm schwellig. Wegen des schlechten Wetters verzichte ich auf den Aufstieg auf die sehenswerte Burg, wir waren ja schon 2 Mal oben. Karoline erklimmt die ca. 900 Stufen trotzdem noch einmal.
Da es in Nafplion einen Lidl-Markt gibt kaufen wir ein paar Vorräte ein.
Fortsetzung folgt, Fotos auch bald …