Die 30-Seemeilen-Fahrt von Kiparissia nach Pylos beginnt mit Null Wind, dafür Restschwell vom nächtlichen Sturm. nach 2 1/2 Stunden versuchen wir zu segeln weil der Wind kommt. Leider zu schwach um in der Welle genug Stabilität zu haben. Es wird ein stundenlanges Geschaukel in eineinhalb Meter hoher Welle, das Segel fällt immer wieder ein und bläst sich mit einem Knall wieder auf. Der Hafen in Pylos ist bummvoll, am Ankerplatz davor liegen mit uns 8 Boote. Hier haben wir bei früheren Besuchen kein einziges ankern sehen. Wir ankern 2 Nächte in der Navarenabucht, ohne Windschutz und mit unangenehmen Wellen. Am dritten Tag sehen wir einen frei gewordenen Platz an der Mole im Gratishafen und verlegen sofort dahin, da für die nächsten Tage Schlechtwetter und Sturm angekündigt sind. Der Ankerplatz vor Pylos füllt sich inzwischen mit bis zu 18 Booten. Ein 40 km Radausflug rund um Navarena bis zu Ochsenbauchbucht (Voidokilia) geht sich bei Schönwetter noch aus. Zum Baden ist es aber beim eisigen Wind und knapp über 20Grad(!) viel zu kalt. Statt Baden ist daher ein Besuch der Festungsanlage in Pylos am Programm. Wir bleiben noch 6 Tage im geschützten Hafen. Dann wollen wir die 10 sm nach Methoni fahren. Es sind drehende Winde von maximal 5 kt vorhergesagt, eine kurze Motorfahrt ist geplant. Stattdessen bläst es mit 15-20 Kt aus WNW, wir können Raumwind segeln. Das ist zwar gut für uns, aber es zeigt wieder einmal die Unverläßlichkeit der Vorhersage. In Methoni angekommen beginnt es zu regnen, was auch überhaupt nicht abzusehen war. Wir Ankern in der Bucht vor der Burg. Da wir weit innen liegen sind wir sowohl vom westlichen Winden als auch von der Dünung gut geschützt. Der Besuch der Burg ist obligatorisch. Obwohl wir da schon zwei Mal waren, ist es immer wieder spannend.
Am dritten Tag unseres Aufenthaltes kommt die SY Clio mit Concetta, Aldo und den Katzen Crazy und Ginger herein und ankert neben uns. Es gibt ein freudiges Wiedersehen, sogar die Katzen scheinen uns noch zu kennen. Im Winter in Mesolonghi waren wir Stegnachbarn, nur 3 Boote voneinander entfernt.
Dann fahren wir für eine Nacht in eine Ankerbucht bei Finikounda, und am nächsten Tag weiter nach Koroni. Dort wollten wir uns noch einmal mit SY Clio treffen, die fahren aber wegen eines gebrochenen Gaszuges gleich nach Kalamata weiter, um Ersatz zu besorgen.
In Koroni wechseln wir nach einem Tag auf die Südseite, weil starker Nordwind angekündigt ist. Der Wind kommt nicht, dafür gibt es sehr starke Dünung aus Südost, das Schiff schaukelt extrem, sehr wenig Schlaf. Nordwind mit 20 Kt kommt erst am nächsten Tag, da kreuzen wir genau dagegen an in Richtung Petalidi. Nach 3 Stunden wird es dann unlustig und wir motoren die letzten 3 Meilen. Es ist nach wie vor kalt und windig, der Himmel bedeckt, höchst unangenehm.
Jetzt hocken wir seit 9 Tagen in Petalidi. Der Ankerplatz ist super, der Schutz ist auch gut. Die Luegener Quelle im Ort versorgt un mit feinem frischen Trinkwasser, kleine Supermärkte, Bäcker, Fleischer und Lokale sind vorhanden. Ein ganztägiger Radausflug in Richung Norden geht sich aus, inklusive Bad im Fluss. Der ist auch nicht kälter als das Meerwasser.
Die ersten drei Tage und Nächte ist es noch sehr windig, dann wird es ruhiger, allerdings ist es nur vormittags schön. Am frühen Nachmittag ziehen rundum schwarze Wolken auf, teilweise gewittrig, es regnet mindestens ein Mal täglich kurz her. Von direkten Gewittern sind wir hier bisher aber veschont geblieben. Das Wetter soll so auch in der nächsten Woche unverändert bleiben.
Wir treffen auf Tim und Anja von der Amarone, die bald nach Kalamata weiterfahren. Wir folgen Ende Mai nach und liegen vorerst einmal im Stadthafen. Kalamata kennen wir von der Überwinterung 2017/18. Wir mögen die Stadt sehr. Es gibt alle Versorgungsmöglichkeiten und einen tollen Bauernmarkt. Die Stadt ist für Radfahrer bestens geeignet. Mehrere Radwege führen quer durch die Stadt, und die Autofahrer nehmen – untypisch für Griechenland – Rücksicht auf die Radler. Ein paar Badebesuche am 3 km langen städtischen Sandstrand gehen sich aus. Abends genießen wir bei einem Stadtbummel die vielen Möglichkeiten zum Eisessen oder etwas zu trinken, und beobachten das rege abendliche Stadtleben. Wir fühlen uns sehr wohl hier. Nach einer Woche Stadthafen wechseln wir in die Marina, um dort Toroa für etwa 3 Monate über den Sommer abzustellen.
Der Heimflug ist für 9.Juni geplant, gegen Ende August werden wir zurückkommen.
































