zurück in Grenada

Es war ein sehr schöner Sommer in Österreich für uns. Wir haben viele Badetage im Garten am Schwimmteich genutzt, haben viele Freunde besucht, viel erzählt, Fotos gezeigt und das bequeme Leben zuhause genossen. Auch ein paar Vorbereitungen für die Rückkehr wurden getroffen: Beschaffung eines US-Visums, und Einkauf von ein paar Dingen zum Mitnehmen. Viel geht ja beim Fliegen eh nicht, aber ein paar Lebensmittel, die wir hier gar nicht mehr kriegen  haben wir besorgt.
Am Tage des Abfluges aus Wien hat es 2 Grad Celsius in der Früh, das macht den Abschied ein wenig leichter. In London übernachten wir bei 17 Grad, und fliegen am nächsten Tag 10 Stunden nach Grenada. Im Flieger ist es auch nicht wärmer, und beim Aussteigen in Grenada hat es dann schlagartig 35 Grad.
Der Hurrican „Matthew“ war beim Vorbeizug hier vor rund einer Woche zum Glück noch schwach und hat keine Schäden hinterlassen. Wir verbringen die nächsten 5 Tage in der Werft beim Streichen des Unterwasserschiffes und beim Herrichten einiger Kleinigkeiten. Es ist furchtbar heiß, sehr feucht, es regnet oft, und keine Versorgung in der Werft, kein Restaurant, keine Getränke, da alles noch Baustelle ist. Um Getränke zu kaufen muss mann 30min zu Fuß gehen. Wenigstens 2 Duschen und ein Wasseranschluss auf dem Werftgelände funktionieren, meistens jedenfalls. Wir sind sehr froh, dass wir nach fünf Tagen einen vorgezogenen Krantermin bekommen und damit deutlich früher ins Wasser können, als ursprünglich geplant war. Das Wohnen am aufgebockten Schiff im Trockenen ist schon sehr unangenehm. Nicht weit von uns liegt der Franzose Christophe, mit dem wir allabendlich das staubige Werftgelände verlassen und auf ein Gute-Nacht-Bier in die nächste Bar marschieren. Mit dabei auch die Deutschen Thomas und Inge von der „Saga“.
Wir bleiben vorläufig hier in der Woburn Bay, ankern neben „Tifricat“ mit Gitti und Fritz, sowie „Selivra“ mit Peter und Doris. Kleine Österreich-Ecke. Alle paar Tage gibt es ein kleines Fest in irgendeinem naheliegenden Lokal, mit Live-Musik, Barbeque, Bier und Rum und jeder Menge Segler, wobei man immer wieder die selben bei jedem Fest antreffen kann. In der morgendlichen Funkrunde werden die Veranstaltungen des Tages bekanntgegeben, und man kann Dinge zum Verkauf anbieten, oder Dinge zum Kauf suchen. Es gibt regelmässig Yoga, Taj Chi, Leserunden, Dominoabende, Ausflüge usw. Alles von den hier liegenden Seglern füreinander organisiert. Inzwischen haben wir schon wieder ziemlich viele Seglerkollegen kennengelernt, hauptsächlich Deutsche. Die Ösi-Runde ist gleichgeblieben, nur der England-Österreicher Alex hat sich noch dazugefunden. Wir machen etwa alle 4 Tage eine Busfahrt in die Stadt zum Einkaufen, zwischendurch Wanderungen in der Umgebung. Die restliche Zeit wird mit Baden und entspannen verbracht, immer wieder gibt es Kleinigkeiten zum Reparieren. Dass einmal alles komplett funktionieren würde, das gibt’s einfach nicht. Irgendwas ist immer gerade hin. Es wird nie fad.
Mit Anfang November werden wir dann langsam aufbrechen, Richtung Norden, die ganzen Kleinen Antillen entlang hinauf bis…. Wir wissen noch nicht genau, wie weit.