von Rettungsinseln und Küchenzubehör

Nach 3 Tagen Regen präsentiert sich Elba nun von seiner besseren Seite. Wir spazieren durch die Stadt Portoferraio. Es gibt dort einen sicheren Hafen, 3 Burganlagen und die Villa vom Herrn Napoleon, der dort ein paar Jahre Ferien gemacht hat. Eine Burg können wir besichtigen, die beiden anderen sind noch geschlossen. Es ist halt noch sehr früh in der Saison. Obwohl dort neben einigen überwinternden Bootfahrern offenbar schon ein paar Touristen unterwegs sind. Eigentlich würden wir gerne noch länger bleiben, aber der Wind soll in den nächsten Tagen nach West drehen, und genau dort wollen wir hin. Wir nutzen ein Wetterfenster mit Nordwind um auf Halbwindkurs eine Überfahrt nach Korsika zu starten. Auf halber Strecke zeichnen sich am Horizont 4 schneebedeckte Bergriesen ab. Fein! Der Winter ist noch nicht ganz vorbei. Am Abend machen wir im Ort Bastia im Hafen der Einheimischen fest. Alle sind sehr freundlich, sprechen aber leider nur französisch. Wir nicht. Im Hafeneinfahrtsbereich sehen wir den ersten Badenden der Saison. Ein Verrückter. Wassertemperatur 17 Grad. Wir fahren mit dickem Pullover und Windjacke bekleidet an ihm vorbei. Der nächste Tag führt uns entlang der Ostküste, leider ganz ohne Wind, motoren wir 10 Stunden gemütlich aber fade dahin. Am nächsten Tag ist wieder Wind zum Segeln. In der Einfahrt nach Porto Vecchio wird es ziemlich heftig. Es bläst dort mit 30-45 Knoten aus der Bucht entgegen. Wir fahren mit Maschine, müssen aber dazu ein Segel setzen und aufkreuzen, weil die Maschine alleine keine Fahrt mehr macht. Sehr giftiger Wind und Welle, sehr nass, sehr ungemütlich. Hier am flacheren Südende Korsikas spürt man jetzt den Weststurm mit Stärke 10, der auf der anderen Inselseite bläst. Bis jetzt waren wir durch die hohen Berge abgedeckt. In Porto Vecchio lernen wir Volker und Vera aus Düsseldorf kennen, die gerade ein Boot übernehmen. Ich kann ihnen ein bisschen bei der Inbetriebnahme behilflich sein. Da sie ihre Rettungsinsel zum Service nach Ajaccio bringen müssen,  nehmen sie uns am nächsten Tag mit ihrem Auto auf eine ausgiebige Inselrundfahrt mit. Die Insel bietet großartige Landschaften, von flachen Küstenstreifen über hügelige Gebiete, hin zu Almen wie daheim, und hochalpinem Gebieten mit 2800 Metern Seehöhe. Tolle Eindrücke!
Die Adresse der Rettunsinselwartung erweist sich als Küchengeschäft. Die machen keine Rettungsinselwartung. Nach einigen Telefonaten kommt uns der Rettungsinseltechniker abholen, und bringt uns zum neuen Standort seiner Werkstatt.
Nach Ende des Nordwest-Sturmes besuchen wir Bonifacio am Südwestzipfel Korsikas. Die Stadt liegt am Ende eines 2km langen, schmalen Einschnittes mit hohen Sandsteinwänden. Umgeben von einer riesien Festungsmauer ist die Stadt am Berg aber von außen betrachtet eindrucksvoller als von innen. Eigentlich wollen wir dort das ganze Osterwochenende bleiben, aber die Wettervorhersage kündigt für danach sehr ungünstige Winde zum Weiterfahren an. Daher wechseln wir einen Tag früher nach Sardinien über, wo wir das neuerliche Mistwetter – wieder einmal Sturm von West, Regen, dann Starkwind von Nordost – in verschiedenen Buchten aussitzen wollen.
Langsam nervt das dauernde Sch….wetter, es könnte ruhig einmal länger als 2 Tage durchgehend ruhig und schön sein!
Der Inselarchipel im Nordosten Sardiniens ist natürlich „Naturschutzgebiet“, in dem fast alles verboten ist: Fahren, Ankern, Angeln, Tauchen usw. Es sei denn, man bezahlt genügend Bares an die „Naturschutzbehörde“, dann ist das mit dem Naturschutz doch wieder nicht sooo streng. Aha. Wir sind noch vor Mai hier, da sollte der Aufenthalt noch frei sein. Wir werden sehen!