Preveza, Ambrakischer Golf, Winterlager

Lefkas-Stadt ist ein Touristenort, von einer Lagune umgeben, flach, und daher mit den Rädern gut befahrbar. Wir machen einige Ausflüge in die Umgebung, den am offenen Meer liegenden Sandstrand für Kiter und Windsurfer, und wir besuchen drei mehr oder weniger erhaltene Festungen rund um die Stadt. Es gibt massenhaft Restaurants und gute Einkaufsmöglichkeiten. Die Touristenmassen sind schon etwas ausgedünnt, kaum noch Badegäste, aber die Charterbootfahrer sind noch zahlreich. Nach vier Tagen wechseln wir aufs Festland nach Preveza am Eingang des Ambrakischen Golfs. Der liegt wie ein großer See, ruhig und  gut geschützt nach allen Seiten. Hier werden wir noch etwa zwei Wochen in Ruhe herumbuchteln, bis wir zurück nach Preveza fahren werden, um dort den Winterlagerplatz aufzusuchen.
Ein paar Tage sind wir im Hafen Preveza, liegen gratis. Zwischendurch fahren wir einmal zum Boatyard, wo wir das Schiff im Winter lassen werden, und klären ein paar Details ab. Dann geht es weiter in eine einsame Bucht nahe Vonitsa. Wir sind dort die meiste Zeit allein. Es sind hier kaum noch Charterboote unterwegs. Die nächsten paar Tage sind wir dann in Vonitsa, erst an der Mole, dann später am Ankerplatz hinter einer kleinen Halbinsel. Hier gibt es eine Festung zu besichtigen, und riesige, EU-geförderte Park/Strandanlagen, die aber mittlerweile leider schon wieder vergammeln und verfallen. Es ist sehr ruhig, nur mehr ganz wenige Boote mit Leuten, die hier überwintern, oder wie wir, bis November abwarten, um dann das Boot an Land abzustellen. Das Liegen hier ist kostenlos, zumindest jetzt außerhalb der Saison. Das Wetter ist sehr ruhig, nachts meist windstill, tagsüber leichter, drehender Wind, aber recht kühl. Die Sonnenstunden werden weniger. Zwischen den Bergen in den Buchten geht die Sonne oft erst nach 9 Uhr auf, aber schon um 4 oder 5 Uhr wieder unter. Solarstrom wird manchmal ein bisschen knapp. Und es wird sehr feucht in der Nacht, morgens ist das Deck völlig nass. Tagsüber ist es ohne Wind sehr warm, mit ein wenig Überwindung kann man noch baden. Die Einheimischen tragen auch tagsüber bereits dicke Daunenjacken. Wir mit unseren kurzen Hosen und T-Shirts werden überall sofort als Touristen entlarvt. Aber auch alle anderen nicht griechischen Bootfahrer erkennt man sofort an der nach wie vor sommerlichen Kleidung. Zum griechischen Nationalfeiertag am 28. Oktober regnet es in Strömen, die erwarteten Paraden und Umzüge fallen eher gemäßigt aus.
Wir wollen uns dann auch noch die östliche Ecke des Golfs anschauen und fahren nach Menidion, eine angenehme Segelpassage bei Leichtwind. Der dortige Ankerplatz ist jedoch völlig ungeschützt und auch bei Leichtwind schwellig. Der kleine Hafen ist komplett voll mit Fischerbooten und einer Ausflugsboot-Leiche. Der Ort ist eher unattraktiv. Wir fahren daher am nächsten Tag zurück in die Bucht bei Vonitsa, kein schönes Segelwetter mehr, sondern Starkregen und Gewittersturm mit 30 Knoten. Den Ausflug hätten wir uns sparen können.
Tags darauf verlegen wir in den Hafen, weil stärkerer Nordost angekündigt ist. Auf der Mole neben unserem Schiff stehen 2 italienische Wohnmobile. Die Italiener angeln den ganzen Tag, und manchmal auch nachts zwischen den festgemachten Booten. Mehrere Male bitten sie uns, über unser Boot aufs Nachbarboot steigen zu dürfen, weil sich ihre Angeln dort verheddert haben. Zum Dank dafür kriegen wir am nächsten Morgen eine Flasche sizilianischen Weins und sieben Stück Frischfisch, Goldbrassen und Blaubarsche. Das gibt ein feines Fischmenu am Abend, das hat sich ausgezahlt, selber fangen wir eh nie was.
Ende Oktober fahren wir nach Preveza in den Hafen zurück. Diesmal müssen wir dort bezahlen, aber es sind nur 6,70 Euro pro Tag, das geht. Auch dort sind wieder viele streunende Katzen und Hunde vorm Boot, allesamt sehr zutraulich und friedlich. Eine mutige Katze, wir nennen sie Felix, kommt ganz vorsichtig über die Gangway herein, lässt sich streicheln, frisst ein paar Häppchen, inspiziert alles ganz genau, und geht dann wieder von Bord.
Noch ein paar Vorbereitungen, wie Segel abnehmen und Klo putzen, dann fahren wir zum Margarona Boatyard, und werden mittels Autokran auf recht abenteuerliche Weise herausgehoben. Es ist eine kleine, familiäre Werft, der Besitzer Dimitris und sein Gehilfe Aris sind dort zugange und erledigen alles. Der Liegeplatzpreis ist sehr günstig im Vergleich zu den großen Boatyards hier, die Leute äußerst freundlich, bemüht und hilfsbereit. Außerdem gibt es mindestens 3 Hunde, 5 Katzen und 2 Katzenbabys am Gelände. Somit genug Unterhaltung. Hier werden wir noch ein paar Tage bleiben und das Boot für den Winter vorbereiten, dann wollen wir für ein paar Monate nach Hause fliegen.

Der Reiseblog wird geschlossen und dann ab Ende März wieder weitergeführt. Bis dahin danke fürs Dabeisein.